Eröffnung einer Zweigniederlassung und Repräsentanz in Deutschland

Die Eröffnung einer Zweigniederlassung oder Repräsentanz in Deutschland ist für ausländische Unternehmen eine der praktikabelsten Möglichkeiten für den Markteintritt. Als Pangea Law bieten wir rechtliche und operative Unterstützung, damit die Präsenz Ihres Mutterunternehmens in Deutschland mit der richtigen Struktur gestärkt wird.

 Die Wahl der richtigen Struktur wirkt sich unmittelbar sowohl auf Ihre steuerlichen Verpflichtungen als auch auf Ihre operative Flexibilität aus. Das deutsche Handelsrecht sieht je nach Art der Zweigniederlassung oder Repräsentanz unterschiedliche Regelungen vor.

Selbstständige Zweigniederlassung (Zweigniederlassung): Volle operative Flexibilität

Die selbstständige Zweigniederlassung ist eine Niederlassung des Mutterunternehmens in Deutschland, verfügt jedoch über ein hohes Maß an operativer Eigenständigkeit. Sie hat eine eigene Geschäftsführung, ein eigenes Bankkonto, eine eigene Buchhaltung sowie eigene Jahresabschlüsse. Aus diesem Grund ist eine Eintragung in das Handelsregister verpflichtend.

Erforderlich sind:

Notariell beglaubigte Übersetzungen der Satzung und des Handelsregisterauszugs des Mutterunternehmens

Angaben zur Anschrift der Zweigniederlassung und zum Tätigkeitsbereich

Bestellung eines Zweigniederlassungsleiters mit Wohnsitz innerhalb der EU/des EWR

Ein Buchhaltungssystem nach deutschen Rechnungslegungsstandards

Abhängige Zweigniederlassung (Betriebsstätte)

Die abhängige Zweigniederlassung ist vollständig an das Mutterunternehmen gebunden und besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit. Rechnungen und Verträge werden im Namen des Mutterunternehmens ausgestellt. Daher ist keine Eintragung in das Handelsregister erforderlich. In der Regel genügt eine Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt.

Das Antragsverfahren wird in der Regel innerhalb von 3–4 Wochen abgeschlossen. Aufgrund der geringeren Anfangskosten eignet sich diese Struktur für kleinere Tätigkeiten. Abhängige Zweigniederlassungen sind jedoch meist auf Marktforschung, Kundensupport und After-Sales-Services beschränkt.

Repräsentanzbüro: Flexibles Modell für den ersten Schritt

Ein Repräsentanzbüro ist eine Struktur ohne eigene kommerzielle Tätigkeit. Ziel ist es, den Markt kennenzulernen, Kundenbeziehungen aufzubauen und Marketingaktivitäten durchzuführen.

Merkmale:

  • Keine Eintragung in das Handelsregister erforderlich
  • Keine Rechnungsstellung, kein Abschluss von Verträgen und keine direkte Gewinnerzielung möglich
  • Ausschließlich Tätigkeiten in den Bereichen Werbung, Kommunikation und Marktanalyse

Diese Struktur stellt einen geeigneten Einstieg für Unternehmen dar, die den deutschen Markt testen möchten. Häufig wechseln Unternehmen nach einer bestimmten Phase der Repräsentanztätigkeit zur Gründung einer Zweigniederlassung oder eines Unternehmens.

Steuerliche Verpflichtungen

Bei der Gründung einer Zweigniederlassung in Deutschland unterliegen die erzielten Einkünfte der Körperschaftsteuer (Körperschaftsteuer) sowie der Gewerbesteuer. Durch Doppelbesteuerungsabkommen kann eine Abstimmung mit den steuerlichen Verpflichtungen in der Türkei erfolgen.

Da Repräsentanzbüros keine kommerziellen Tätigkeiten ausüben, unterliegen sie nicht der Körperschaftsteuer; lokale Verpflichtungen bleiben jedoch weiterhin bestehen.

Strategische Entscheidungsfindung: Welche Struktur ist für Sie geeignet?

  • Selbstständige Zweigniederlassung: Geeignet für größere Tätigkeiten und lokale operative Flexibilität.
  • Abhängige Zweigniederlassung: Eine kostengünstigere Option für kleinere und eingeschränkte Tätigkeiten.
  • Repräsentanzbüro: Ein ideales Einstiegsmodell zur Marktanalyse und zum Aufbau erster Kontakte.

Die richtige Wahl ist sowohl aus Kosten- als auch aus rechtlicher Compliance-Sicht von entscheidender Bedeutung.

Branchenspezifische Anforderungen und besondere Genehmigungen

Jedes in Deutschland tätige Unternehmen kann je nach Branche zusätzlichen Lizenzen und Genehmigungen unterliegen. Dies gilt nicht nur für Zweigniederlassungen, sondern für alle Unternehmensformen.

  • Finanz- und Bankwesen: Eine Lizenz der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ist erforderlich.
  • Gesundheitswesen: Spezielle Genehmigungen der zuständigen Gesundheitsbehörden sind notwendig.
  • Lebensmittel und Getränke: Genehmigungen der Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörden sind erforderlich.
  • Bildungseinrichtungen: Eine Akkreditierung durch staatliche Stellen kann notwendig sein.

Die korrekte Identifizierung branchenspezifischer Regelungen vor der Eröffnung einer Zweigniederlassung gewährleistet einen reibungslosen Ablauf des Prozesses. Das Team von Pangea Law unterstützt Sie dabei, die erforderlichen Genehmigungen frühzeitig zu ermitteln, um Verzögerungen und zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Bankwesen und finanzielle Abwicklung

Die Eröffnung eines separaten Bankkontos ist bei der Gründung einer Zweigniederlassung in Deutschland rechtlich nicht in jedem Fall verpflichtend. In der Praxis verlangen jedoch die meisten Banken und Finanzbehörden die Nutzung eines separaten Kontos.

  • Selbstständige Zweigniederlassung (Zweigniederlassung): Die Eröffnung eines separaten Bankkontos wird empfohlen, da dies die steuerliche Compliance und die Abwicklung lokaler Zahlungen erleichtert.
  • Abhängige Zweigniederlassung (Betriebsstätte): Theoretisch kann das Konto des Mutterunternehmens genutzt werden, die Eröffnung eines separaten Kontos beschleunigt jedoch die operativen Abläufe.

Zusätzlich müssen eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) und gegebenenfalls eine EORI-Nummer (für Zollabwicklungen) beantragt werden. Bei fehlerhafter Antragstellung kann es zu Verzögerungen im Verfahren und zu Unterbrechungen der geschäftlichen Tätigkeit kommen.

Laufende Compliance und Berichterstattung

In das Handelsregister eingetragene Zweigniederlassungen sind verpflichtet, ihre Jahresabschlüsse gemäß dem deutschen Handelsrecht einzureichen. Darüber hinaus müssen Änderungen der Geschäftsführung, Adressänderungen sowie Änderungen des Tätigkeitsbereichs unverzüglich dem Register gemeldet werden.

Compliance-Verstöße können zu Geldbußen führen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Unternehmen für eine regelmäßige rechtliche Beratung und Unterstützung bei der Berichterstattung.

Strategischer Übergang: Von der Repräsentanz zur Zweigniederlassung

Viele Unternehmen, die ein Repräsentanzbüro eröffnen, wechseln mit dem Wachstum ihrer Aktivitäten zur Gründung einer Zweigniederlassung oder eines vollständigen Unternehmens. Dieser Prozess erfordert eine sorgfältige Planung. Bereits aufgebaute Kundenbeziehungen und Marktkenntnisse erleichtern den Übergang.

Machen Sie den ersten Schritt: Kostenlose Strategieberatung von Pangea Law

Wenn Sie planen, in Deutschland eine Zweigniederlassung oder ein Repräsentanzbüro zu eröffnen, nehmen Sie fachkundige Unterstützung in Anspruch, um rechtliche Fehler zu vermeiden. In einem kostenlosen Erstgespräch analysiert das Team von Pangea Law Ihre Situation und entwickelt gemeinsam mit Ihnen eine rechtlich fundierte Handlungsstrategie.